
Kimchi – Koreas lebendige Vorratskammer
Vom Kimjang im Herbst bis zum köchelnden Eintopf: Kohl, dessen Geschmack sich immer weiterentwickelt.
Knackig, säuerlich und voller Geschmack. Kimchi ist zugleich Konservierungswissen und Alltagsessen, Gemeinschaftsarbeit und eine höchst persönliche Geschmacksfrage. Wir begleiten den Kohl durch das Salzen, Würzen und Fermentieren – und bereiten sowohl Baechu-Kimchi als auch Kimchi-Jjigae in einer schwedischen Küche zu Hause zu.
Mit KI-Unterstützung aus dem Schwedischen übersetzt.
Zu den Rezepten (2) ↓Wenn der Herbst in die Küche einzieht
Die Kohlblätter knirschen, wenn man sie auseinanderzieht. In einer breiten Wanne liegt Chinakohl, zwischen den dicken, weißen Blattrippen verteilt sich Salz. Auf der Arbeitsfläche warten Rettich in feinen Stiften, Frühlingszwiebeln und eine rote Würzpaste, die nach Knoblauch, Ingwer und Meer duftet. Hände in Handschuhen heben Blatt für Blatt an und streichen die Würze dazwischen. Bald ist jedes Kohlstück ein dichtes Päckchen, schwer vom Saft und voller Verheißung auf gutes Essen im Winter.

Bei dieser Arbeit sind viele kleine Entscheidungen gefragt. Lässt sich die Blattrippe biegen, ohne zu brechen? Ist der Kohl nach dem Abspülen angenehm salzig? Braucht es mehr Chili, etwas mehr Fischsauce? Das Rezept steht vielleicht auf Papier, doch die Erfahrung steckt auch in den Händen und auf der Zunge.
Hier beginnt die Geschichte von Baechu-Kimchi, Kimchi aus Chinakohl. Der rote Kohl ist international der bekannteste Vertreter einer viel größeren Familie. Kimchi lässt sich aus Rettich, Gurken, Blattgemüse oder anderen Gemüsesorten herstellen. Es kann scharf oder mild sein, dicht gepackt liegen oder in einer erfrischenden Lake schwimmen. Nicht jedes Kimchi ist rot, und nicht jedes muss kräftig sauer schmecken.
Gemeinsam ist ihnen vielmehr eine koreanische Essenstradition, bei der Gemüse gesalzen, gewürzt und häufig durch Milchsäuregärung weiterentwickelt wird. Manche Sorten isst man fast sofort. Andere begleiten den Haushalt lange und übernehmen mit verändertem Geschmack eine neue Rolle.
Frisch zubereitetes Kohlkimchi ist saftig, pfeffrig und deutlich von der natürlichen Süße des Gemüses geprägt. Mit der Zeit kommt die Säure hinzu, manchmal auch ein leichtes Prickeln von Kohlensäure. Später kann der Kohl weicher und sein Geschmack tiefer werden – dann eignet er sich eher für den Eintopf als für alle, die eine richtig knackige Beilage suchen. Kimchi ist deshalb nicht nur etwas, das man zubereitet. Es ist etwas, das man begleitet.
Eine Geschichte, die älter ist als die rote Chili
Gemüse zu salzen und haltbar zu machen hat auf der koreanischen Halbinsel eine lange Geschichte. Schriftliche Zeugnisse aus früheren Zeiten belegen, dass konserviertes Gemüse schon lange auf dem Speiseplan stand, bevor das heutige rote Kohlkimchi Gestalt annahm. Ein einziges Geburtsjahr für Kimchi festzulegen ist dagegen schwierig. Zutaten, Namen und Zubereitungsweisen haben sich im Lauf der Jahrhunderte verändert.

Ebenso irreführend wäre es, sich bei jeder historischen Beschreibung von eingelegtem Gemüse die heutigen kompakten Chinakohlköpfe vorzustellen, großzügig mit Chili gewürzt. Ältere Varianten konnten beispielsweise auf Rettich und Salzlake beruhen. Sorten und Anbau des Chinakohls entwickelten sich weiter, und das bekannte rote Baechu-Kimchi nahm erst nach und nach seine Form an.
Die Geschichte der Chili zeigt, wie wandelbar eine Essenstradition sein kann. Die Pflanze stammt aus Amerika und verbreitete sich nach den transatlantischen Kontakten ab Ende des 15. Jahrhunderts über die Welt. In Korea ist Chili seit dem frühen 17. Jahrhundert schriftlich belegt. Ihre Einführung wird meist auf die Zeit um 1600 datiert, häufig mit Japan als Zwischenstation. Der genaue Weg und Zeitpunkt sollten jedoch nicht als abschließend geklärt dargestellt werden.
Auch begannen nicht alle sofort, Chili unter ihr Kimchi zu mischen. Dass eine Zutat in einem Land verfügbar ist, ist das eine; dass sie in einem bestimmten Gericht selbstverständlich wird, etwas anderes. Ihre Bedeutung für Kimchi gewann die Chili erst später. Die rote Farbe ist also das Ergebnis historischen Wandels, kein Beweis für eine unveränderliche Urform.
Das macht das heutige Kimchi nicht weniger koreanisch. Im Gegenteil: Es zeigt, wie eine Küche eine neue Zutat aufgreift und etwas Unverwechselbares daraus macht. Gochugaru, koreanische Chiliflocken, steuern mehr als Schärfe bei: Fruchtigkeit, Farbe und manchmal einen fast süßlichen Duft nach getrockneter Paprika.
Auch die Erzählung von Kimchi als Wintervorrat muss Raum für die Vielfalt des Alltags lassen. Klima, Gemüseangebot, finanzielle Mittel und Haushaltsgröße beeinflussten, was eingelegt wurde und in welchen Mengen. Ein Vorrat war keine Ansammlung identischer Gläser. Er war eine Möglichkeit, Mahlzeiten zu planen, wenn die Anbausaison nicht mehr jeden Tag frisches Gemüse liefern konnte.
Kimjang: Wissen, das geteilt wird
2013 wurde „Kimjang, die Herstellung und das Teilen von Kimchi in der Republik Korea“ in die repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit der UNESCO aufgenommen. Gewürdigt wurde nicht ein einzelnes Glas oder ein Standardrezept, sondern die Tradition, Kimchi herzustellen und miteinander zu teilen.

Kimjang wird besonders mit dem Spätherbst verbunden, wenn größere Mengen für den Winter vorbereitet werden. Die Arbeit kann Verwandte und Nachbarn um Wannen, Schneidebretter und Behälter versammeln. Jemand spült Kohl, jemand schneidet Rettich, jemand mischt die Würze. Wissen wird durch gemeinsames Arbeiten weitergegeben: wie sich gesalzener Kohl anfühlen soll, wie viel Füllung nötig ist und welchen Geschmack die Familie schätzt.
Das Teilen steht im Mittelpunkt. Kimchi wandert von einem Haushalt zum anderen, zu älteren Angehörigen oder zu Menschen, die keine Möglichkeit haben, selbst welches zuzubereiten. Wer Kimchi verschenkt, teilt Essen und geleistete Arbeit. Zugleich sollte man die Tradition nicht zu einem reibungslosen Familienidyll verklären. Große Mengen verlangen Zeit, Platz und schwere Arbeit, die historisch oft von Frauen geleistet wurde.
Im heutigen Korea stehen selbst gemachtes und gekauftes Kimchi nebeneinander. Kleine Haushalte, Arbeitszeiten und Wohnverhältnisse bestimmen mit, was praktikabel ist. Manche bereiten einige Lieblingssorten selbst zu und kaufen den Rest. Spezielle Kimchi-Kühlschränke bieten eine gleichmäßige, niedrige Temperatur und eine getrennte Aufbewahrung; sie sind eine moderne Lösung für das alte Bedürfnis, die Lagerung zu kontrollieren.
Das traditionelle Bild prägen dagegen Onggi, koreanische Tongefäße, die unter anderem für fermentierte Lebensmittel verwendet wurden. Die Materialeigenschaften unterscheiden sich je nach Ton, Glasur und Brand. Die vereinfachende Aussage, der Topf „atme“, beschreibt, dass manche Gefäße Gase durchlassen können. Onggi sind aber keine magische Voraussetzung für eine gute Fermentation.
Töpfe mit Winterkimchi wurden auch ganz oder teilweise eingegraben, um Temperaturschwankungen auszugleichen. Entscheidend war nicht allein das Gefäß, sondern das Zusammenspiel von Behälter, Jahreszeit und kühler Lagerung. Zu Hause in Schweden eignen sich lebensmittelechte Glasgefäße hervorragend. Wir müssen die Funktion verstehen, nicht jedes historische Hilfsmittel nachahmen.
Salz öffnet der Fermentation die Tür
Beim Salzen wird dem Kohl Wasser entzogen, und die Blätter werden geschmeidig. Das Salzen beeinflusst außerdem, welche Mikroorganismen sich wohlfühlen. Während der anschließenden Fermentation wandeln Milchsäurebakterien Zucker unter anderem in Milchsäure um. In verschiedenen Phasen können unterschiedliche Bakterien vorherrschen; Temperatur, Salzgehalt und Zutaten beeinflussen den Verlauf.
Diese Säurebildung verleiht Kimchi seinen wandelbaren Geschmack. Im Rezept hier ist kein Essig nötig. Die Säure entsteht stattdessen während der Fermentation, zusammen mit Aromen, die das Ergebnis nach mehr als bloß gesäuertem Kohl schmecken lassen. Manche Mikroorganismen bilden auch Kohlendioxid. Kleine Bläschen und ein leises Zischen können deshalb ganz normale Zeichen von Aktivität sein.
Bläschen sind jedoch weder eine Voraussetzung noch ein Sicherheitsbeleg. Geruch und Geschmack allein können nicht garantieren, dass ein fermentiertes Lebensmittel sicher ist. Arbeiten Sie mit einwandfreiem Gemüse, sauberen Händen und Geräten sowie einer bewährten Methode. Das Salz muss gewogen werden; verschiedene Salzsorten nehmen in einem Dezilitermaß unterschiedlich viel Platz ein.
Wird Kohl gesalzen und das Salz anschließend abgespült, lässt sich der endgültige Salzgehalt nicht einfach aus dem Verhältnis von Salzgewicht und ursprünglichem Kohlgewicht ablesen. Wie lange der Kohl gesalzen wird, wie gründlich man ihn spült und wie viel Wasser abtropft, spielt ebenfalls eine Rolle. Deshalb ist es sinnvoller, einer in sich stimmigen Methode zu folgen, statt die Salzmenge aus einem Rezept und den Rest aus einem anderen zu übernehmen.
Die Temperatur ist die nächste wichtige Stellschraube. Wärme beschleunigt den Prozess; Kälte bremst ihn, stoppt ihn aber nicht vollständig. Das folgende Rezept beginnt mit einer kurzen Phase bei mäßiger Raumtemperatur und wird im Kühlschrank fortgesetzt. In einer warmen Sommerküche geht es schneller als in einer kühlen Winterküche. Stellen Sie das Glas nicht in die Sonne oder neben den Herd.
Auch das Einfüllen ist wichtig. Drücken Sie den Kohl nach unten, damit größere Lufttaschen verschwinden und die Oberfläche durch Würzpaste und austretende Flüssigkeit feucht bleibt. Lassen Sie Platz zum Ausdehnen. Während der aktiven Gärung muss Gas entweichen können; in einem fest verschlossenen gewöhnlichen Glas kann sich Druck aufbauen.
Flaumiger Schimmel, deutlich ungewöhnliche Verfärbungen oder fauliger Geruch sind Gründe, den gesamten Inhalt zu entsorgen, nicht nur die oberste Schicht abzukratzen. Natürliche Säure und der Duft von Kohl, Knoblauch und fischbasierter Würze gehören dagegen zum Geschmacksbild. Entscheidend ist die Unterscheidung zwischen erwarteter Entwicklung und Anzeichen von Verderb.
Der Geschmack zwischen den Blattrippen
Baechu bedeutet Chinakohl, jener längliche Kohl, den man in vielen schwedischen Gemüseabteilungen findet. Wählen Sie einen schweren, frischen Kopf mit festen Blättern. Die dicke weiße Blattrippe sorgt für Biss, während die dünneren Blätter die Würzpaste aufnehmen. Beides braucht es für den besonderen Wechsel zwischen saftigem Knacken und zarter Würze.

Traditionelles Kohlkimchi wird oft aus Köpfen zubereitet, die in größere Stücke geteilt werden; die Würze kommt zwischen die Blätter. Hier verwenden wir eine geschnittene Alltagsvariante, oft Mak-Kimchi genannt. Sie gehört zur Familie des Baechu-Kimchi, lässt sich in einer kleinen Küche aber leichter mischen, einfüllen und portionieren. Das ist eine praktische Anpassung, keine Behauptung, dass alle Haushalte gleich vorgehen.
Für Gochugaru lohnt sich der Weg in ein asiatisches Lebensmittelgeschäft oder eine Bestellung im Internet. Wählen Sie möglichst Flocken, die für Kimchi gedacht sind, nicht ausschließlich sehr fein gemahlenes Pulver. Die Schärfe variiert von Produkt zu Produkt. Beginnen Sie im Zweifel lieber milder: Kimchi soll sich als Essen genießen lassen und nicht bloß als Mutprobe dienen.
Gewöhnliche Chiliflocken sind kein gleichwertiger Ersatz. Sie können deutlich mehr Schärfe und weniger Fruchtigkeit mitbringen. Eine Mischung aus mildem Paprikapulver und einer kleineren Menge scharfer Chili kann als Notlösung funktionieren, ergibt aber einen anderen Geschmack. Auch Gochujang, die fermentierte koreanische Chilipaste, lässt sich nicht gegen Gochugaru austauschen; sie bringt eine andere Mischung aus Salz, Süße und Konsistenz mit.
Rettich steuert Knackigkeit und pfeffrige Noten bei. Koreanischer Mu ist in koreanischen Rezepten üblich, doch Daikon oder anderer weißer Rettich funktionieren hier gut. Frühlingszwiebeln, Knoblauch und Ingwer bauen das Aroma auf. Eine kleine Zugabe Zucker kann die frische Würze abrunden, doch das Gemüse enthält bereits Zucker, den die Bakterien verwerten können.
Fischsauce und gesalzene, fermentierte kleine Garnelen, Saeujeot, kommen in vielen Rezepten vor und liefern Salz und Umami. Sie sind nicht für jedes Kimchi zwingend. Auch vegetarische und vegane Traditionen gibt es, unter anderem in der koreanischen Tempelküche. In unserem Rezept genügt Fischsauce; eine gewöhnliche südostasiatische Fischsauce funktioniert, wenn koreanische Aekjeot nicht erhältlich ist.
Ein dünner Brei aus Reismehl hilft der Würze, an den Blättern zu haften. Er wird in vielen Haushalten verwendet, ist aber keine allgemeingültige Regel. Dasselbe gilt für Obst, Brühe und andere Zusätze: Es gibt viele gute Wege zu einem Kimchi, nicht nur eine einzig richtige Lösung.
Regionale Unterschiede werden meist im Zusammenhang mit Klima und der Verfügbarkeit von Fisch und Meeresfrüchten beschrieben. Südliche Varianten sind oft stärker gesalzen und großzügiger mit fermentierten Meereszutaten gewürzt als nördliche. Das sind hilfreiche Grundzüge, keine Grenzen, an die sich jede Familie hält. Baek-Kimchi, weißes Kimchi ohne rote Chili, und Dongchimi, Rettichkimchi in Lake, erinnern zudem daran, wie viel größer diese Geschmackswelt ist als der rote Kohl.
Bei Tisch – und weiter in den Topf
Kimchi wird oft als Banchan serviert, als eines der kleinen Gerichte, die bei einer koreanischen Mahlzeit Reis, Suppe und andere Speisen begleiten. Man muss es nicht unbedingt allein in großen Mengen essen. Ein Stück Kohl zwischen Bissen von Reis und Fleisch kann den Rhythmus einer ganzen Mahlzeit verändern: Säure nach Fett, Knackiges nach Weichem, Chili nach milder Brühe.

Beim Kimjang kann frisch zubereitetes Kimchi auf gekochtes Schweinefleisch treffen, oft in einer an Bossam angelehnten Zusammenstellung. Der noch junge Kohl bringt Frische und Würze, ohne besonders sauer zu sein. Das ist ein anderes Erlebnis, als dieselbe Charge einige Wochen später zu essen. Beides hat seinen Platz.
Mit der Reifung des Kimchis entsteht auch eine Art Küchenlogik. Der säuerlichere Kohl kann zur Füllung für Pfannkuchen, zur Würze in gebratenem Reis oder zur Basis für Kimchi-Jjigae werden. Jjigae bezeichnet Eintöpfe, die gewöhnlich konzentrierter sind als eine dünne Suppe. Kimchi-Jjigae ist Alltagsküche mit vielen Varianten: Schweinefleisch, Thunfisch aus der Dose oder andere Zutaten, oft zusammen mit Tofu.
Hier wird die Säure zum Gewinn. Das Fett des Schweinefleischs rundet sie ab, die Zwiebel gibt Süße, und der Tofu bietet weiche, milde Ruhepunkte. Das Kimchi wird angebraten, bevor die Flüssigkeit dazukommt. Der Duft wandelt sich von rohem Knoblauch und säuerlichem Kohl zu etwas Wärmerem und Vollerem. Anschließend soll der Eintopf sanft köcheln, statt sprudelnd alles zu einer einheitlichen Konsistenz zu zerkochen.
Wählen Sie deutlich säuerliches, aber frisch riechendes Kimchi. Eine ganz frische Charge liefert nicht dieselbe Tiefe. Etwas Kimchilake steuert Säure und Salz bei, doch probieren Sie, bevor Sie mehr Sojasauce hinzufügen. Gekauftes Kimchi unterscheidet sich stark: Eine milde Sorte verträgt vielleicht zusätzliches Gochugaru, eine salzige braucht weniger Sojasauce.
Mit gereiftem Kimchi zu kochen bedeutet nicht, dass sich verdächtiges oder schimmeliges Kimchi durch Erhitzen retten lässt. Für den Eintopf braucht es eine weiterhin einwandfreie Zutat. Reife ist eine Geschmacksfrage; Verderb ist etwas anderes.
So entsteht zu Hause eine lebendige Vorratskammer
Beginnen Sie lieber mit zwei Kilo Kohl als mit einem ganzen Kimjang-Projekt. Das reicht für mehrere Gläser, einige Mahlzeiten und die Gelegenheit, die Entwicklung zu verfolgen. Beschriften Sie die Gläser mit dem Datum und verwenden Sie gern zuerst ein kleineres Glas, damit der Rest nicht so häufig geöffnet werden muss. Entnehmen Sie Kimchi immer mit sauberem Besteck.

Der wichtigste Tipp für zu Hause ist, zu verschiedenen Zeitpunkten zu probieren. Kosten Sie ein kleines Stück direkt nach dem Mischen, nach den ersten Tagen im Kühlschrank und später, wenn die Säure deutlich geworden ist. Beurteilen Sie nicht alle Stadien nach demselben Ideal. Frisches Kimchi soll nicht wie die Zutat für den Eintopf schmecken, und gereiftes muss nicht exakt dieselbe Knackigkeit behalten.
Stellen Sie die Gläser anfangs auf ein Tablett, da die Flüssigkeit steigen kann. Lagern Sie sie anschließend kalt, bei etwa 4 °C. Ein für die Fermentation geeigneter Deckel erleichtert das Entweichen von Gas; gewöhnliche Gläser verlangen mehr Aufmerksamkeit. Die Zeitangaben in den Rezepten dienen als Orientierung für die Geschmacksentwicklung, nicht als Versprechen, dass sich jede Charge gleich verhält.
Zum Essen passt kalter koreanischer Gerstentee, Boricha, ausgezeichnet. Die geröstete Gerste liefert einen milden, nussigen Geschmack, ohne der Säure noch weitere Säure hinzuzufügen. Er ist koffeinfrei, aber nicht glutenfrei. Helles Lagerbier ist ein weiterer beliebter Begleiter, und Makgeolli, ein leicht trübes fermentiertes Reisgetränk, kann der Chili mit sanfter Säure und manchmal einem Hauch Süße begegnen. Für Ausgewogenheit braucht es keinen Alkohol; Temperatur, Röstnoten und zurückhaltende Süße können dasselbe leisten.
Die folgenden Rezepte gehören zusammen. Zuerst bereiten Sie den Kohl zu. Später, wenn ein Teil davon deutlich säuerlich geworden ist, kochen Sie den Eintopf. Dazwischen liegt das, was Kimchi so vielseitig macht: dieselbe Zutat, mehrere Geschmacksstadien und kaum ein Grund zur Eile. Eine Vorratskammer, die nicht stillsteht.
Baechu-Kimchi – geschnittenes Kohlkimchi für die heimische Küche
Ein unkompliziertes Mak-Kimchi aus Chinakohl, inspiriert von koreanischen Haushaltsmethoden. Ergibt etwa 2–2,5 kg, ungefähr 20 Beilagenportionen. Zusätzlich zur Arbeitszeit sind 1,5–2 Stunden zum Salzen sowie Zeit zum Abtropfen und Fermentieren nötig: gewöhnlich 1–2 Tage bei 18–20 °C, danach weitere Reifung im Kühlschrank.
Zutaten
Zubereitung
- 1Arbeitsgeräte und lebensmittelechte Gläser gründlich spülen. Insgesamt etwa 3 Liter Glasvolumen vorbereiten, gern auf mehrere Gläser verteilt, und später Platz zum Ausdehnen lassen. Den harten Strunkansatz des Kohls entfernen und die Blätter in 4–5 cm große Stücke schneiden.
- 2Den Kohl abspülen und feucht lassen. In einer großen Schüssel abwechselnd mit dem abgewogenen Salz schichten. Behutsam einmassieren und 1,5–2 Stunden stehen lassen. Alle 30 Minuten wenden. Die dicken Blattrippen sollen biegsam werden, aber noch Biss behalten; bei Bedarf weitere 30 Minuten stehen lassen.
- 3Den Kohl gründlich in drei Durchgängen mit kaltem Wasser spülen. Ein dickes Blattstück probieren: Es soll angenehm, nicht beißend salzig schmecken. Falls nötig, ein weiteres Mal spülen. In einem Sieb 30 Minuten abtropfen lassen, ohne die Blätter durch kräftiges Ausdrücken zu zerquetschen.
- 4Wasser und Reismehl in einem kleinen Topf mit dem Schneebesen verrühren. Unter Rühren aufkochen und 2–3 Minuten zu einem dünnen Brei köcheln lassen. Den Zucker unterrühren. Vollständig abkühlen lassen.
- 5Den Rettich in dünne, streichholzgroße Stifte und die Frühlingszwiebeln in 3 cm lange Stücke schneiden. Knoblauch und Ingwer fein reiben. Den Brei mit Gochugaru, Fischsauce, Knoblauch und Ingwer vermischen.
- 6Kohl, Rettich und Frühlingszwiebeln mit der Würzpaste vermengen. Saubere Küchenhandschuhe verwenden, wenn die Haut empfindlich auf Chili reagiert. Gründlich mischen, bis alle Kohlstücke bedeckt sind.
- 7In die Gläser füllen und Lufttaschen mit einem sauberen Löffel herausdrücken. Die gesamte Würzpaste und Flüssigkeit auf die Gläser verteilen. Die Oberfläche glatt drücken und oben 4–5 cm frei lassen. Fermentationsdeckel nach Herstellerangabe verwenden oder einen gewöhnlichen Deckel, der während der Gärung bei Raumtemperatur nicht luftdicht zugeschraubt wird.
- 8Auf einem Tablett bei 18–20 °C vor Sonne geschützt gewöhnlich 24–48 Stunden stehen lassen. Nach 24 Stunden kontrollieren und den Kohl mit einem sauberen Utensil nach unten drücken, sodass die Oberfläche von der entstehenden Lake feucht gehalten wird. Mit einem separaten sauberen Löffel probieren. Sobald eine leichte Säure wahrnehmbar wird, in den Kühlschrank stellen; die Charge nicht in Erwartung von Bläschen weiter warm stehen lassen.
- 9Bei etwa 4 °C mit Deckel aufbewahren. Vorsichtig öffnen, da sich auch im Kühlschrank weiterhin Gas bilden kann. Der Geschmack wird nach 5–7 Tagen meist harmonischer und in den folgenden Wochen säuerlicher. Sauberes Besteck verwenden, den Kohl nach unten gedrückt halten und die gesamte Charge bei Schimmel, fauligem Geruch oder anderen deutlichen Verderbsanzeichen entsorgen.
- Für eine vegane Variante die Fischsauce durch dieselbe Menge helle Sojasauce ersetzen. Geschmack und Farbe verändern sich; prüfen Sie auch, ob die übrigen Zutaten zu Ihrer Ernährungsweise passen.
- Gochugaru ist unterschiedlich scharf. Für weniger Schärfe ein milderes Produkt wählen, statt die gesamte Menge durch gewöhnliche scharfe Chiliflocken zu ersetzen.
- Für Kimchi-Jjigae eignet sich oft Kimchi, das einige Wochen im Kühlschrank gereift ist. Probieren Sie sich heran; das Alter allein entscheidet weder über Geschmack noch über Haltbarkeit.
- Wenn es bei Ihnen zu Hause warm ist, können Sie das Kimchi stattdessen direkt im Kühlschrank reifen lassen. Das dauert länger, lässt sich aber besser kontrollieren als auf einer warmen Küchenarbeitsplatte.
Kimchi-Jjigae mit Schweinefleisch und Tofu
Ein gehaltvoller, säuerlicher Alltagseintopf, in dem gereiftes Kimchi die Hauptrolle spielt. Mit Reis servieren. Wählen Sie deutlich säuerliches Kimchi, das noch frisch duftet; frisches Kimchi ergibt einen anderen Geschmack mit weniger Tiefe.
Zutaten
Zubereitung
- 1Den Reis nach Packungsanweisung zum Kochen aufsetzen. Das Schweinefleisch in etwa 5 mm dicke, mundgerechte Stücke schneiden. Die Zwiebel in Scheiben schneiden, den Knoblauch fein hacken und das Kimchi mit einer Schere zerkleinern. Die Lake aufbewahren.
- 2Das Öl in einem Topf mit dickem Boden bei mittlerer bis hoher Hitze erwärmen. Das Schweinefleisch 4–5 Minuten anbraten, bis etwas Fett austritt und das Fleisch leicht Farbe annimmt.
- 3Zwiebel und Kimchi hinzufügen. Unter Rühren 5 Minuten anbraten. Knoblauch und Gochugaru zugeben und etwa 30 Sekunden rühren, ohne die Chili anbrennen zu lassen.
- 4Kimchilake und Wasser oder ungesalzene Brühe angießen. Aufkochen, die Hitze reduzieren und zugedeckt 20 Minuten köcheln lassen. Gelegentlich umrühren und etwas Wasser hinzufügen, falls der Eintopf zu stark einkocht.
- 5Den Tofu in dicke Scheiben und die Frühlingszwiebeln schräg in Stücke schneiden. Den Tofu in den Topf geben und weitere 5 Minuten sanft köcheln lassen, bis er vollständig durchgewärmt ist.
- 6Abschmecken. Etwas von dem Zucker zugeben, falls die Säure zu spitz wirkt, und Sojasauce nur dann, wenn mehr Salz nötig ist. Mit den Frühlingszwiebeln bestreuen und den Eintopf heiß mit dem Reis daneben servieren.
- Vegetarisch: Veganes Kimchi verwenden und das Schweinefleisch durch 250 g Pilze ersetzen. Die Pilze in 1 EL Öl anbraten und Gemüsebrühe verwenden.
- Falls keine Kimchilake vorhanden ist, diese durch Wasser ersetzen. Zum Schluss abschmecken; mehr Sojasauce liefert Salz, ersetzt aber nicht die Säure des Kimchis.
- Reste in flachen Behältern rasch abkühlen, im Kühlschrank aufbewahren und innerhalb von 2–3 Tagen essen oder einfrieren. Erhitzen, bis der Eintopf vollständig heiß ist.
Das passt ins Glas
- WeinMakgeolli – koreanisches fermentiertes ReisgetränkMakgeolli wird oft Reiswein genannt, ist aber ein aus Getreide vergorenes Getränk, kein Traubenwein. Die sanfte Säure, die trübe Fülle und die manchmal leichte Süße passen zur Schärfe des Kimchis und zum Schweinefleisch im Eintopf. Wählen Sie möglichst eine weniger süße Variante und servieren Sie eine kleine Menge kühl.
- BierKoreanisches helles Lagerbier oder ein anderes leichtes LagerMilde Bitterkeit und leichte Malznoten lassen der Säure und dem Umami des Kimchis Raum. Stark gehopftes Bier kann die Chili aufdringlicher wirken lassen; ein unkompliziertes, leichtes Lager ist oft die bessere Wahl.
- AlkoholfreiBoricha – koreanischer Tee aus gerösteter GersteKühl oder lauwarm servieren. Der nussige Röstgeschmack passt zum Reis und mildert den Kontrast zwischen scharfer Chili und säuerlichem Kohl ohne zusätzliche Süße. Gerstentee ist koffeinfrei, enthält aber Gluten.
Alkohol bitte in Maßen genießen. Alkoholfreie Alternativen passen genauso gut zum Essen.
Quellen
- UNESCO, Kimjang, making and sharing kimchi in the Republic of Korea (2013)
- Michael J. Pettid, Korean Cuisine: An Illustrated History (2008)
- Harold McGee, On Food and Cooking: The Science and Lore of the Kitchen (2004)
- Hyosun, Korean Bapsang, Traditional Napa Cabbage Kimchi
- Hyosun, Korean Bapsang, Kimchi Jjigae (Kimchi Stew)
- Kun-Young Park, Jeong-Kyung Jeong, Young-Eun Lee och James W. Daily III, Health Benefits of Kimchi (Korean Fermented Vegetables) as a Probiotic Food (2014)
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